Fehlstellung der Füße durch falsche Kinderschuhe

Tipps zum Schuhkauf

Kinderschuhe kaufenDie Mehrheit der Kinder trägt zu kleine Schuhe, was zu Fehlstellungen der Zehen führen kann, so das Ergebnis einer Studie der Medizinischen Universität Wien. Das deutsch-österreichische Forscherteam um Wieland Kinz sah sich dabei Schuhe und Füße von insgesamt 858 drei- bis sechsjährigen Kindern genauer an. Das Ergebnis: Etwa 70 Prozent der Kinder trugen zu kurze Straßenschuhe, bei den Hausschuhen waren es sogar 89 Prozent.

Die Folge sind eingezwängte Füße und Fehlstellungen. Bereits 76,1 Prozent der Kinder litten unter einer Schiefstellung der großen Zehe, bei 14,2 Prozent waren die Kinderzehen sogar um 10 Grad und mehr gekrümmt. Nur bei 24 Prozent der Kinder zeigten sich keine Abweichungen. Die 3D-Messung wurde mit einer Genauigkeit von 0,01 Millimetern durchgeführt.

Der Befund war eindeutig: Je kürzer die getragenen Schuhe, desto gravierender zeigt sich die Schiefstellung der Großzehe, die im medizinischen Sprachgebrauch auch als Hallux valgus bezeichnet wird. Ist eine solche Fehlstellung schwerwiegend, lässt sie sich nur durch eine Operation beheben. Schon bei nur um eine Größe kleineren Straßenschuhen steigt den Forschern zufolge das Risiko, einen Hallux valgus zu bekommen, um 5 Prozent, bei Hausschuhen sogar um 17 Prozent.

Die deutsche Schuhindustrie hat in Zusammenarbeit mit führenden Kinderärzten und Orthopäden ein System zur bestmöglichen Vorsorge entwickelt: das WMS (Weiten-Maß-System)-Gütesiegel, das auch für ‚weit-mittel-schmal' steht. Schuhe, die dieses Gütezeichen tragen, sind funktions- und fußgerecht und entsprechen den Proportionen des Kinderfußes genau. Vor jeder Anprobe eines neuen Schuhs sollte geprüft werden, ob er über die korrekte Innenlänge verfügt. Ein Fuß- und Schuhmessgerät hilft dabei. Damit die Zehen ausreichend Raum haben, sollte ein neuer Kinderschuh innen etwa 12 bis 17 mm länger sein als der Fuß.

Kinderschuhe sollten nicht zu fest sein und ausreichend Bewegungsfreiheit lassen. Ein zu weiter oder nicht fest am Fuß sitzender Kinderschuh führt dazu, dass der Fuß beim Laufen nach vorn in die Spitze rutscht. Damit werden trotz korrekter Innenlänge des Schuhes die Zehen wie in einem zu kurzen Kinderschuh gestaucht. Die „Daumenprobe" an der Fußspitze funktioniert bei Kindern nicht, da die meisten dabei ihre Zehen einziehen.

Tipp: Schuhe kauft man am besten nachmittags, denn Füße können sich im Laufe des Tages um einige Millimeter vergrößern. Lassen Sie Ihr Kind in neu gekauften Schuhen erst einmal einige Stunden in der Wohnung laufen. Manchmal kann sich dabei herausstellen, dass sich das Kind in den Schuhen doch nicht ganz wohl fühlt. Die Schuhe sind dann noch ohne Gebrauchsspuren, und ein guter Fachhändler wird sie problemlos umtauschen. Quelle: pkv / Foto Kinderschuh: © ArTo - Fotolia.com


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