Vergiftungsgefahr für Kinder: Giftpflanzen im Garten
Herbstzeitlose, Goldregen und Eisenhut gehören in keinen kindgerechten Garten
Im Frühjahr wird gepflanzt, gesetzt, gesät. Schließlich soll im Sommergarten alles blühen und gedeihen.
Eltern von Kleinkindern sollten allerdings bei der Auswahl von Pflanzen darauf achten, dass nichts Giftiges im Einkaufswagen landet: Schon geringste Mengen einer Giftpflanze können bei Kindern vom Krabbelalter bis zum Alter von drei Jahren zu schweren Vergiftungen führen; die Kleinen entdecken ihre Umwelt durch Lutschen und Kauen und stecken dabei auch ihnen Fremdes in den Mund.
Die Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH), Hamburg, rät zur Vorsicht bei diesen zehn zum Teil hochgiftigen Pflanzen:
- Blauer und gelber Eisenhut: wirksamste heimische Giftpflanze, giftig sind vor allem Samen und Wurzeln.
- Bilsenkraut: giftig sind alle Pflanzenteile.
- Engelstrompete: alle Pflanzenteile sind giftig.
- Gemeine Eibe: äußerst giftig sind verzehrte, gekaute Nadeln, Zweige und Samen. Das rote Fruchtfleisch der Scheinbeere ist ungiftig. Keine Gefahr bei nur wenigen, unzerkauten Beeren.
- Goldregen: giftig sind alle Pflanzenteile, höchste Giftkonzentration in den reifen Samen.
- Herbstzeitlose: giftig sind alle Pflanzenteile, vor allem die Samen. Achtung: leicht zu verwechseln mit Krokus und Bärlauch.
- Oleander/Rosenlorbeer: giftig sind die Samen, vor allem die Blätter.
- Rizinus/Wunderbaum: giftig sind die Samen, vor allem unzerkaut.
- Stechapfel: alle Pflanzenteile sind giftig.
- Tollkirsche: giftig sind alle Pflanzenteile, vor allem die Früchte. Das Gift ist hochwirksam.
„Gute" Pflanzen für den Familiengarten
Anmerkung: Auch viele Obst- und Gemüsesorten sind nicht nur gut für einen kindgerechten Garten geeignet, sondern obendrein für die kleinen auch sehr schmackhaft. Erdbeeren, Himbeeren, Erbsen und Co sind für Kinder interessant und schmecken gut. Vorsicht bei rohen Bohnen - diese sind ungekocht hochgiftig und für Kinder nicht geeignet!
Erste Hilfe bei Vergiftungen
Eltern, die das Gefühl haben, dass ihr Kind giftige Pflanzenteile verzehrt hat, sollten es genau beobachten. Es schadet nie, dem Kind vorsichtshalber Wasser zu trinken zu geben (Leitungswasser oder stilles Wasser), um eventuell verschluckte Giftstoffe zu verdünnen. Medizinkohle sollte im Medikamentenschrank vorhanden sein. Medizinkohle bindet eventuelle Gifte, die zusammen mit der Kohle wieder ausgeschieden werden. Wenn das Kind sich übergibt oder benommen wirkt, sollte sofort der Notarzt gerufen oder das Kind ins Krankenhaus gebracht werden.
GIZ-Nummer ins Handy
Wer die Telefonnummer eines Giftinformationszentrums (GIZ) ins Handy einspeichert, bekommt im Fall des Falles auch bei Ausflügen und im Urlaub schnell professionellen Rat. GIZ-Telefonnummern unter: www.bfr.bund.de. Suchbegriff: Giftinformationszentren.
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